OMNIvoice
der chor

Chorleiter-Feedback

BEMERKUNGEN ZU DEN PROBEN:


11.6.26:

Die letzten beiden Proben (Do, 30.5. und Mi, 3.6.) waren super erfolgreich und spannend. Wir befinden uns jetzt tatsächlich im Endstadium der Lernphase und müssen uns immer stärker auf die Aufführungssituation vorbereiten. Das Lernen von Tönen, Melodien usw. ist hiermit beendet, weil sonst allgemeine Unlust und somit Abwanderung aus dem Chor droht. (Natürlich darf man noch immer "danebenhauen", das ist klar. Aber normalerweise kann das - wenn man seine Stimme halbwegs kann - durch eine kurze Erinnerung und Auffrischung sofort bereinigen). 
Wenn also jemand noch immer nicht sicher ist, ob die eigene Stimme sicher beherrscht wird muss dieser Jemand/Jemandin versuchen das auch außerhalb der Proben nachzulernen. Übungsgruppen mit geübten KollegInnen sind da sehr hilfreich. Wir haben bereits mit den Mikrofonen gearbeitet, was wirklich super war und viel Spaß gemacht hat. Das wird jetzt immer wichtiger. 
Gestern ist die Probe nicht ganz so flüssig abgelaufen, wie wir es von den letzten Wochen schon fast gewohnt waren. Folgendes ist passiert:

Angela als routinierteste Sängerin im 2. Alt kommt nicht durch weil Karo zur Verstärkung gefehlt hat. Darum hängen wir da fest. Die Zusammensetzung ändert sich hier oft extrem und es fehlt die Routine wegen sehr langer Karenzzeiten. Angela ist über Wochen allein oder max. mit einer Kollegin da. Diese Stimmgruppe müssen wir noch ins Boot holen. 
Erst im Nachhinein hab ich bemerkt (Ja, mein Fehler!) dass wir wieder nach den ersten beiden Stücken im SITZEN gesungen haben. Fataler Fehler (meiner!). Es ist nicht übertrieben und ich habs eh auch bei der Probe gesagt: Nach dem Hinsetzen war die Qualität sofort um mind. 40% schlechter (Klang, Intonation, Feeling, "groove"). 
Anm: Für "Groove" gibts unter Musikern keine allgemein gültige Definition/Übersetzung. Es hat etwas mit Gefühl, Rhythmus, Tempo, Bewegung usw. zu tun. Vielleicht ist es "das gewisse Etwas"? Ob ein Stück "groovt" hängt nicht nur davon ab wie genau man irgendwelche Noten singt oder spielt. Lasse ich mir von meinem Computer meine MIDI-Arrangements vorspielen, stimmt 100% jede Note in Länge und Höhe aber es "groovt" nicht. Es ist "tote" Musik. "Grooe" gibts in jedem Stil und jeder Epoche. Auch Mozart, Bach, Bruckner können "grooven", die Beatles MÜSSEN es.
In Zukunft also bitte auch selbstständig sein und mich dran erinnern: Im STEHEN proben. Auf der Bühne müssen wir auch 2 Stunden STEHEN. Die aufrechte Körperhaltung unterstützt die Intonation, Lautstärke, Konzentration usw.. Unbewusst befindet man sich im "Aufführungsmodus". Bei längeren Lernphasen und zwischendurch kann man natürlich sitzen. Und wenn etwas zwickt natürlich auch (evtl. auch Hocker mitbringen, falls wir das auch auf der Bühne brauchen?).
Die kleinen Bewegungen sehen nicht nu gut aus, sondern unterstützen uns beim Erinnern an bestimmte Details. Wir müssen das Publikum DIREKT ansprechen. ALL! - TOGETHER!! - NOW!!!. --> Ohne Erklärung muss allen im Saal klar sein: JETZT MUSS ich mittun. 
Unsere Mini-Choreografien zeigen auch noch: WIR sind ein Team. WIR sind da. Wir machen etwas GEMEINSAM: WE (!!!) all live in a Yellow submarine. --> WIR sind IM Musical. WIR sind TEIL der HANDLUNG. JETZT.
Also unbedingt bei diesen Dingen mittun, wir sind alle Darsteller in einem THEATERSTÜCK. Im Hydrantenmodus auf der Bühne stehen und vermitteln: "Des is deppat, do tua in ned mit. Des bring i ned z´samm." geht nicht. Dann lieber doch in den Hintergrund, wo das niemand sieht...
All das braucht Zeit und Routine. So werden die Proben auch nicht fad. Jeder kann seine/Ihre Vorschläge/Ideen jederzeit einbringen. Aber: ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN. Ohne wirds nix.
Die Abläufe der ersten Stücke werden jetzt schon sicherer. Irgendwann sitzt es dann perfekt, darum: Üben, Üben, Üben. (Durch Wiederholen mit verschiedenen Schwerpunkten (Choreografie, Dynamik, Aussprache, Ausdruck usw.) wirds auch nicht fad!!!
DAS langwierige LERNEN von immer noch nicht beherrschten Noten hat - wie man sieht - jetzt keinen Platz mehr in den Proben.
SCHWIERIGE STELLEN (z.B. "Eleanor Rogby", Intro) müssen wir sowieso immer wieder TRAINIEREN, aber das wird dann ausgelagert und EXTRA geprobt.

Zusammenfassend:
Yellow submarine: Ablauf OK. Töne OK. Ausdruck vom Matrosenchor: Üben, üben, üben...
Eleanor Rigby: INTRO = Baustelle, das wird schon. Fortschritte gibts schon. WIR werden das im Studio aufnehmen und dann vielleicht auch mit diesem Playback üben. Die tragische Geschichte in der Melodie muss noch theatralischer werden. Üben, üben. Die Gruppe ist noch nicht homogen!

All together now: Töne OK, Ablauf OK. Text teilweise noch nicht synchron. Choreografie üben, üben.

When I´m 64: Es swingt noch nicht richtig (VIEL swing Musik hören. Kommt auch bei den beatles oft vor. Da sagen auch manche Musikanten "shuffle" dazu. Also nicht "gerade" wie bei Marsch oder Polka, sondern eben: diese leichte Herzrhythmusstörung. Tam-ta-Tam-ta....). Gröbere Probleme bei der Intonation der Jazzharmonien beim dreistimmigen Frauenchor ("..will you still need me, will you still feed me...WHEN I´n 64...). Wird ohne Extraproben nicht gehen. Manchen ist das schon sehr fad. Führt in den Gesamtproben schon manchrorts zu inneren Ganzkörper-Ablehnungskrämpfen!!! Sehr unangenehm. 

Hey bulldog: Auf Hannes´ Hinweis hab ich Gestern das Originmaltempo verwendet und auch versucht es zu halten. TEXT, TEXT, TEXT. Deutlich aussprechen, dann wird es nicht zu schnell. Der Textinhalt ist ziemlich zweifelhaft, man plagt sich vielleicht ein bissl mit der Geschichte. Einfach an die Hund denken, die beissen wollen...Aber nicht davonlaufen!

Nächste Woche gehts in diesem Sinne weiter, danke fürs mittun!

Eine schöne Woche noch. Gerald.